Jan
27
2012
Sicherheitslücke bei Fonic
Author: adminIm Prepaidangebot des Münchener Mobilfunkanbieters Fonic haben Betrüger eine Sicherheitslücke entdeckt und genutzt. Das Unternehmen verzichtet auf eine Identitätsprüfung ihrer Kunden. So kann man sich mit gefälschten Daten problemlos anmelden und auf Kosten des Bestohlenen telefonieren. In Thüringen gibt es erste Betrugsfälle, wie der MDR mitteilte.
Ein Fonic Sprecher dementiert jedoch die Sicherheitslücke. Es gibt für alle Prepaidanbieter, so wie für alle anderen bei denen man Online Verträge schließen kann gesetzliche Bestimmungen. Dabei muss nicht zwingend eine Identitätsprüfung stattfinden.
Martin Bahr, von einer Hamburger Kanzlei, sagt auch,dass es rein rechtlich keine Sicherheitslücke gibt. Viele Anbieter prüfen die Identität ihrer Kunden nicht nach, was auch nicht erforderlich ist. Bei einem Prepaidangebot gibt es keinen rechtlich bindenden Vertrag zwischen Mobilfunkanbieter und Kunden. So halten sich Kunden finanziell schadfrei und können eventuelle Abbuchungen widerrufen. Allerdings hat der Kunde den Ärger mit Rückbuchungen, Inkassoforderungen und Mahngebühren.
Nun will Fonic die Registrierung sicher machen,da das Unternehmen letztendlich auf dem finanziellen Schaden sitzen bleibt. Wichtig ist, dass man Mobilfunkunternehmen dafür sensibilisiert und sie nicht einfach wahllos Mahnungen verschicken. In den thüringer Betrugsfällen ermittelt nun die Polizei. Eine Schadenshöhe ist nicht bekannt. Bei anderen Prepaidanbietern wie Schlecker, Aldi, O2 oder Netto-Marken-Discount gibt es keine derartigen Sicherheitslücken.
Das Fonic Prepaidangebot läuft so, dass der Kunde im Voraus Gesprächsminuten kauft, die auf eine Telefonkarte geladen werden. Diese Sim-Karten kann man auch in Supermärkten kaufen. Im Internet muss man sich dann anmelden, mit Namen, Adresse und Bankverbindung. Danach wird ohne Prüfung der Angaben die Telefonkarte freigeschalten und so kann man auf Kosten fremder Konten telefonieren.
Die Mobilfunkdiscounter in Deutschland wollen sehr günstige Angebote anbieten. So ist das Ziel von Fonic den Mobilfunk so einfach wie möglich zu gestalten. Es gibt keine Mindestumsätze, keine feste Vertragslaufzeit und keine Grundgebühren. Bei anderen Anbietern gibt es jedoch trotz günstiger Angebote Sicherheitsvorkehrungen. Bei Schlecker wird eine Ausweiskopie verlangt und Netto-Marken-Discount verschickt den Freischaltcode nach Online-Registrierung nur an die Postadresse.
Bei unserem Test an einem Samsung LCD Monitor wurden noch keine persönlichen Daten bei Fonic überprüft. Ob es nun eine Sicherheitslücke im rein rechtlichen Sinne ist oder nicht, fakt ist, daß sich so Betrüger mit einer falschen Identität anmelden können und mit dem Mobilfunktelefon schindluder treiben können.
Tags: Fonic, Identitätsprüfung, MDR, Prepaid